Boxenstoff und Burgenromantik: Rückblick auf die Herbstausfahrt des Dino Register Deutschland im Münsterland
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Das Münsterland im Zeichen des Dino: Ein Wochenende voller Highlights
Vom 11. bis 13. September fand die diesjährige Herbstausfahrt des Dino Register Deutschland statt. 22 faszinierende Fahrzeuge, 41 begeisterte Teilnehmer, bestes Ausfahrwetter, eine Traumkulisse und eine perfekte Organisation – das waren die Zutaten für ein rundum gelungenes Wochenende.
Ein großes Dankeschön gilt Ralf Sonnenberg und seiner Partnerin Daniela, die dieses Treffen im wunderschönen Münsterland auf die Beine gestellt haben. Da die meisten Mitglieder im Süden beheimatet sind, schlug das Register diesmal bewusst ein Lager im Norden auf. Eine perfekte Gelegenheit, um neue Gesichter zu begrüßen und langjährige Freunde wiederzusehen.
Die Anreise: 500 Kilometer Vorfreude
Für mich bedeutete die nördliche Destination eine längere Anfahrt von gut 500 Kilometern. Die perfekte Strecke für mein Fiat Dino Coupé, mit dem sich solche Distanzen wunderbar und stilvoll bewältigen lassen. Da meine Frau Julia an diesem Wochenende mit ihrem Chor bei den Staufer Festspielen in Göppingen auf der Bühne stand, begleitete mich mein treuer Freund Peter Scheyrer auf dem Beifahrersitz – beste Benzingespräche und beste Unterhaltung waren somit vorprogrammiert.
Gegen 16:30 Uhr erreichten wir nach einer weitgehend problemlosen Anreise (nur vor Dortmund gab es etwas Stau) das Landhotel Bartmann. Der Anblick im Innenhof war atemberaubend: Eine Phalanx von Dinos und zwei stolz wehende Clubfahnen hießen uns willkommen. Nach und nach trudelten die Teams ein, und die Terrasse füllte sich schnell bei den ersten Kaltgetränken und großem Hallo. Als am Abend Wind und Nieselregen einsetzten, wechselten wir nahtlos zum reichhaltigen Buffet in den gemütlichen Innenbereich.




Organisation der Extraklasse
Nach dem Abendessen gab Ralf das Briefing für das Wochenende bekannt. Spätestens hier wurde allen klar: Dies war eine der aufwändigsten und detailreichsten Organisationen, die wir je erlebt haben. Neben einem perfekt ausgearbeiteten, bebilderten Roadbook erhielt jeder Teilnehmer:
- Ein KI-generiertes Bild des eigenen Fahrzeugs.
- Ein Poster mit Konstruktionszeichnungen des jeweiligen Dino-Modells.
- Eine bebilderte Teilnehmerliste inklusive Telefonnummern.
- Personalisierte Namensaufkleber, die das Kennenlernen enorm erleichterten.
Wieviel Herzblut und Mühe hier investiert wurde, war in jedem Detail spürbar. Einfach großartig!

Der Samstag: Burgen, Kurven und Kultur
Pünktlich um 8:30 Uhr am Samstagmorgen startete das Briefing, kurz danach die Motoren.

Damit der Fotograf alle Klassiker auf der Straße perfekt in Szene setzen konnte, verließen wir den Hof nacheinander mit etwas Abstand. Unser erstes Etappenziel bei trockenem, angenehmem Wetter: Schloss Nordkirchen, das „Versailles Westfalens“.
Exklusiv durften wir in den Schlossgarten einfahren, wo sich ein spektakuläres Bild bot. Zu den Fahrzeugen vor Ort gesellte sich noch ein weiterer Tagesgast, sodass eine beeindruckende Vielfalt auf dem Rasen stand:
- 3 Fiat Dino Spider
- 5 Fiat Dino Coupés
- 4 Dino 246 GT
- 5 GT4 (208 & 308)
- 1 Lancia Stratos
- 1 Alfa Romeo Bertone
- 1 Ferrari 355 GTS
- zwei moderne Begleitfahrzeuge von Besitzern streikender Dinos :-)

Nach ausgiebigen Fotosessions (Gruppenbilder der Besatzungen, der Autos und allen zusammen) führte uns die zweite Etappe in die Baumberge zum Longinusturm. Nach einer kurzen Rast ging es weiter durch die „Toskana des Münsterlandes“ zur Burg Hülshoff. Das Parken im malerischen Burghof war extrem pittoresk, und das anschließende Mittagsbuffet unter Sonnenschirmen im Schlossgarten ein absoluter Genuss.


Von der Schlossmühle zur Brennerei
Der Nachmittag führte uns über die hügeligen Ausläufer des Tecklenburger Landes bis nach Bad Iburg zur Schlossmühle. Die Route bot traumhafte, verkehrsarme Straßen, auf denen wir lediglich auf die zahlreichen Radfahrergruppen Rücksicht nehmen mussten.
Nach der Kaffeepause ging es durch die „Emilia Romagna des Nordens“ zurück in Richtung Sendenhorst. Vor der Hotelrückkehr stand jedoch noch ein Kulturstopp an: der Besuch der Erlebnisbrennerei in Sendenhorst. Nach einer hochinteressanten Führung durch die Welt des staatlich kontrollierten Alkoholbrennens durften vor allem die Beifahrer den einen oder anderen edlen Tropfen verkosten.

Da unser Programm extrem dicht und die Aufnahmefähigkeit nach so vielen Eindrücken gesättigt war, machten sich die ersten Teams gegen 19:00 Uhr auf den Rückweg zum Hotel. Für eine Pause blieb keine Zeit – es ging direkt ans Frischmachen für den großen Gala-Abend.
Ein Gala-Abend im Zeichen der Gemeinschaft und des guten Zwecks
Um 20:00 Uhr fanden sich alle Teilnehmer elegant gekleidet und ohne den Duft von klassischem Abgas beim Sektempfang wieder. Das anschließende Buffet mit einer Outdoor-Grillstation im Garten und feinen Beilagen im Restaurant ließ keine Wünsche offen.
Die traditionelle „Manöverkritik“ übernahm diesmal mein Beifahrer Peter Scheyrer. Sein Urteil fiel durchweg begeistert aus: Traumhaftes Wetter, fehlerfreies Roadbook (wo gibt es denn sowas!) und eine vorbildliche Organisation. Einziger augenzwinkernder Kritikpunkt war das extrem stramme Zeitfenster. Im Anschluss durfte ich den Ausblick auf kommende Events geben – darunter das Technikseminar am 14. November und die Frühjahrsausfahrt Ende Juni 2027 am Lago Maggiore, zu der Mitorganisator Georg Lange direkt ein paar einladende Worte verlor.
Das emotionale Highlight des Abends war jedoch eine Spendenauktion. Ralf hatte eine Spendenbox für den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Südliches Münsterland initiiert. Passend dazu hatte Matthias Appel historische Dino-Devotionalien unseres langjährigen Mitglieds Gerhard Völlinger mitgebracht. Gerhard, der alle der ersten 49 Treffen mitgemacht hatte, musste sich aus gesundheitlichen Gründen von seiner Sammlung trennen. Matthias hatte ihm diese abgekauft, um sie nun für den guten Zweck zu versteigern. Es entwickelten sich packende und humorvolle Bietergefechte im Saal. Ralf steuerte ebenfalls noch besondere Stücke aus seinem eigenen Bestand bei. Die sensationelle Stimmung und die gute Laune hielten nach dieser gelungenen Aktion noch bis tief in die Nacht an.

Der Sonntag: Abreise und das "Schicksal" der Klassiker
Gut, dass es am Sonntag erst um 10:00 Uhr losgehen sollte! Der anstrengende Vortag, der lange Abend und das aufgezogene Nieselwetter dämpften die Aufbruchstimmung allerdings ein wenig. Einige Mitglieder verabschiedeten sich bereits vor bzw. direkt nach dem Frühstück und machten sich auf den Heimweg. Die geplante Fotosession vor Schloss Nordkirchen fiel daher sehr schlank aus, und die Schlossbesichtigung wurde ganz abgesagt.
So machten sich die Teams nach und nach in alle Himmelsrichtungen auf den Heimweg.
Und wie es sich für ein echtes Oldtimertreffen gehört, gab es natürlich auch ein bisschen Schrauber-Drama – insgesamt drei Pannen standen am Wochenende zu Buche (Namen werden hier diskret verschwiegen!):
- Ein Wagen konnte am Sonntag vor Ort wieder flott gemacht werden.
- Ein weiterer Dino streikte auf der Heimfahrt und musste per Abschlepper nach Hause reisen.
- Ein Team erwischte es leider besonders unglücklich – das Fahrzeug blieb bereits am Samstag liegen, was zu einer vorzeitigen Heimreise führte.
Fazit
Letztendlich sind alle Teilnehmer wohlbehalten wieder daheim angekommen. Peter und ich haben auf halbem Weg noch bei lieben Dinofreunden übernachtet, einen wunderbaren gemeinsamen Abend verbracht und sind am Montag ganz entspannt final nach Hause gefahren.
Wir alle haben ein fantastisches Dino-Wochenende erlebt, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ein riesiges Dankeschön an Ralf und Daniela für diese absolute Spitzenleistung in Sachen Organisation!