Techno Classica Salon 2026: Ein neues Kapitel in Dortmund – Szene-Treff statt Hochglanz-Messe?
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Ende September 2026 feierte der neue Techno Classica Salon seine Premiere in der Messe Dortmund. Nach dem ganzen Messe-Bäumchen-wechsel-dich-Spiel der letzten Zeit – das, was früher in Essen war, ist nun in Dortmund, und das, was in Stuttgart war, gibt es jetzt zusätzlich in Essen – waren wir extrem gespannt auf das neue Ambiente.
Zusammen mit Volkmar und Matthias habe ich mir vor Ort selbst ein Bild gemacht, Dino Freund Marcus hat auch seine Eindrücke geteilt. Lohnt sich der neue Salon, und was bedeutet das für uns als Dino-Enthusiasten?

Hier ist unser Fazit.
Das neue Ambiente: Gemütlicher Szene-Treff statt „Bling-Bling“
Eines wurde sofort klar: Der glamouröse Gigantismus der letzten zehn Jahre ist vorbei. Die großen Hersteller haben sich zurückgezogen, und auch die reinen Spekulanten sind weitgehend verschwunden. Doch das muss kein Nachteil sein! Die Messe wirkt deutlich kleiner, aber dadurch auch familiärer.
- Die Atmosphäre: Das Ganze fühlte sich weniger nach anonymer Weltmesse, sondern eher nach einem Szenetreppunkt auf hohem Niveau an. Die Hallen in Dortmund sind kleiner und leiser als in Essen. Es gab keine riesigen Hallen, die krampfhaft durch breite Gänge voll wirken sollten. Alles lag enger zusammen, was die Stimmung sehr angenehm machte, auch wenn die Orientierung manchmal etwas knifflig war.
- Licht & Schatten: Während die kompakte Struktur gefiel, gab es logistisch noch Luft nach oben. Durch die großen Fenster waren die Lichtverhältnisse zum Fotografieren teils schwierig. Zudem verlor sich der Glanz in manchen Ecken: Halle 5, in der unter anderem der Alfaclub und die Modellhändler untergebracht waren, versprühte leider stellenweise den herben Charme eines Trödelmarktes.
Die Fahrzeuge: Hochkarätige Exoten und magere Dino-Ausbeute
Wer wegen absoluter Traumwagen angereist war, wurde nicht enttäuscht. Das Niveau der Fahrzeuge war extrem hoch – etwas, das man in der Form in Bremen oder Friedrichshafen selten sieht.
Zu den absoluten Highlights gehörten:
- Der spektakuläre Ferrari 250 GT Lusso (prämiert als Best of Show)
- Ein legendärer Lamborghini Miura SV
- Ein Ferrari Daytona in der markanten Farbe Giallo Senape
- Ein fast makelloser Alfa Spider (Serie 4) mit gerade einmal 158 Kilometern auf dem Tacho
Und auf der Dino-Seite?
Da mussten wir dieses Mal leider etwas länger suchen. Die Ausbeute war überschaubar, aber fein:
Da mussten wir dieses Mal leider etwas länger suchen. Die Ausbeute war überschaubar, aber fein:
- Ein wunderschöner grüner 2.0 Spider am Stand des Fiat Raritäten Clubs.
- Der geschichtsträchtige Dino 206S (eine Leihgabe der Sammlung Loh am Stand von Zwischengas).
- Ein tolles Poster eines weißen 2.0 Spiders.




Was uns gefehlt hat & Wie es weitergeht
Ein großer Wermutstropfen war, zumindest für mich, der Teilemarkt. Wer gehofft hatte, nach seltenen Ersatzteilen zu stöbern, wurde enttäuscht – dieser war leider sehr schwach beschickt. Für uns als „Ein-Tages-Gäste“ hat ein Tag völlig ausgereicht, um alles in Ruhe zu sehen. Einige Clubvertreter (wie vom Alfaclub oder den Mercedes-Clubs) zeigten sich unterm Strich recht zufrieden, auch wenn gefühlt etwas weniger Publikum unterwegs war als zu alten Essener Zeiten.
Spannend bleibt die Zukunft: Viele Händler und Aussteller haben bereits signalisiert, dass sie der Techno Classica in Dortmund die Treue halten wollen. Emotional identifiziert sich die TC für viele von uns nach wie vor stärker mit dem echten Oldtimer-Gedanken als beispielsweise die Retro Classics. Platz für eine Expansion gäbe es in Dortmund jedenfalls genug. So mancher Club hat sich hier auch bereits deutlich positioniert:

Mein persönliches Fazit: Absolut kein verschwendeter Tag! Es war ein schöner Messebesuch mit hochkarätigen Autos und wie immer fantastischen Gesprächen in der Szene.