Die Wiedergeburt eines Fiat Dino Spiders

Die Wiedergeburt eines Fiat Dino Spiders

Wer sich einmal mit der Mechanik und der Geschichte des Fiat Dino auseinandergesetzt hat, wird von diesen Fahrzeugen meist nicht mehr losgelassen. Das Zusammenspiel aus feiner italienischer Karosseriekunst und dem im Hause Ferrari entwickelten V6-Triebwerk fasziniert mich seit vielen Jahren. Nach der erfolgreichen Restaurierung von zwei Fiat Dino Coupés reifte in mir der Entschluss: Ein Spider sollte es sein – und dieses Mal ein Aufbau komplett von der ersten Schraube an, ohne Kompromisse.

Der Startpunkt für dieses langjährige Projekt ergab sich durch einen glücklichen Zufall im Freundeskreis. Ein guter Freund und langjähriger Sammler entschied sich dazu, eines seiner eigenen Restaurierungsprojekte abzugeben. Er wusste, dass das Fahrzeug bei mir in den richtigen Händen sein würde. Die Basis war ein Spider, bei dem bereits mit der Zerlegung begonnen wurde, man aber noch erkennen konnte, was vorhanden war und was nicht. somit eigentlich eine perfekte, wenn auch extrem herausfordernde Ausgangslage für einen lückenlosen Neuaufbau von Grund auf.



Die Bestandsaufnahme: Ein Puzzle für Fortgeschrittene
Bevor das Fahrzeug zu mir in die Werkstatt rollte, machten wir uns an eine erste Bestandsaufnahme. Der Wagen war vom Vorbesitzer bereits begonnen worden zu zerlegen. Beim Sichten der Kisten zeigte sich das typische Bild eines begonnenen Projekts: Die großen, wesentlichen Komponenten wie der Motor, der komplette Antriebsstrang und das Fahrwerk waren erkennbar vorhanden. Doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Andere essenzielle Dinge fehlten augenscheinlich komplett – allen voran die originalen Sitze, was bei einem Dino Spider bekanntermaßen eine langwierige Suche nach sich zieht.

Noch vor dem Transport starteten wir gemeinsam mit ersten, kleineren Schweißarbeiten im Innenraum und am Bodenblech, um eine grundlegende Stabilität zu sichern. Erst danach holte ich den Wagen zu mir, um ihn für die anstehenden Arbeiten endgültig und bis auf die letzte Schraube zu zerlegen.


Aus zwei Jahren wurden vier
Wer eine solche Restaurierung plant, neigt anfangs oft zu Optimismus. Ich kalkulierte das Vorhaben ursprünglich als ein solides, zweijähriges Projekt. Dass es am Ende mehr als doppelt so lange dauern und mich insgesamt fünf Jahre intensive Arbeit kosten würde, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht – und vielleicht war das auch ganz gut so.

In dieser Beitragsreihe möchte ich Sie Schritt für Schritt mitnehmen auf den langen Weg von der Rohkarosserie bis hin zur finalen Abstimmung des komplexen V6-Motors. Es ist ein Bericht über die Liebe zum Detail, die Suche nach seltenen Originalteilen und die handwerklichen und organisatorischen Hürden, die ein solches Fahrzeug mit sich bringt.
Der erste Meilenstein nach der vollständigen Zerlegung stand auch schon fest: Die Karosserie musste radikal von alten Sünden befreit werden. Wie ich das Thema Entlackung angegangen bin und welche Überraschungen dabei ans Tageslicht kamen, erfahren Sie im nächsten Beitrag.
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